Lebensabriss eines Melancholikers und Mitbegründers der modernen Kunst

„Krankheit, Wahnsinn und Tod sind die schwarzen Engel, die Wacht standen an meiner Wiege und mir durch das Leben gefolgt sind. Eine früh verstorbene Mutter – gab mir den Keim zur Auszehrung. Ein übernervöser Vater, pietistisch religiös bis zum Wahnsinn –von altem Geschlecht – gab mir die Keime zum Wahnsinn“. (Munch)

Munch wird am 12. Dezember 1863 in Løten, Norwegen geboren. Der Vater ist Militärarzt, die Familie lebt in eher bescheidenen Verhältnissen. Als er gerade einmal fünf Jahre alt ist, stirbt seine Mutter an Tuberkulose. Im Alter von 13 Jahren, muss er zusehen wie seine zwei Jahre ältere Schwester ebenfalls an Tuberkulose stirbt. Sein weiteres Leben wird von den frühen Konfrontationen mit dem Tod geprägt. Zeit seines Lebens leidet er an  epressionen, Nervosität und unter anderen psychischen Belastungen wie alluzinationen. Es sind unter anderem diese Erlebnisse des Verlassenwerdens, die auch  eine Kunst prägen. Die Motive des Todes, der Krankheit und der Trauer tauchen in Munchs Werken vermehrt auf.

Sein physischer Gesundheitszustand ist ebenso angeschlagen, er ist körperlich derart schwach, dass er zeitweise die Schule nicht besuchen kann. Er beginnt zunächst ein Ingenieurstudium, welches vom Vater unterstützt wird. Es kommt allerdings immer wieder zu Unterbrechungen, aufgrund seiner gesundheitlichen Verfassung. Schließlich bricht  Munch das Studium zugunsten seiner künstlerischen Ausbildung ab. 1881 beginnt er sein Kunststudium. Frühschließt er sich der Kristiana Bohème unter Hans Jaeger an. Eine Bewegung, deren Ziel es ist aus der bürgerlich geprägten Gesellschaft auszubrechen. Diese Verbindung, die Entscheidung zum Kunststudium, sowie die starke Religiosität des Vaters führen schließlich zum Zerwürfnis zwischen Vater und Sohn.

Bohème unter Hans Jaeger an. Eine Bewegung, deren Ziel es ist aus der bürgerlich geprägten Gesellschaft auszubrechen. Diese Verbindung, die Entscheidung zum Kunststudium, sowie die starke Religiosität des Vaters führen schließlich zum Zerwürfnis zwischen Vater und Sohn.

Sind seine frühen Arbeiten in der Studienzeit eher vom Realismus geprägt, so bricht er mit diesem in einem seiner großen Werke: Das kranke Kind. Wie es bei so manchem bahnbrechenden Künstler der Fall ist, waren auch Munchs erste Ausstellungen vielen ein Dorn im Auge. Er setzte sich in seinen Werken mit den Tabuthemen Tod und Sexualität auseinander. Diese kommen um 1900 zwar zunehmend auf, sorgen aber immer wieder für Kontroversen und Empörung. So stoßen auch seine Ausstellungen anfangs eher auf Entsetzen. Darunter fällt unter anderen eine Ausstellung, die  1892 in Berlin stattfindet. Diese wird von den Besuchern als derart schockierend und erschreckend empfunden, dass sie nach nur einer Woche wieder geschlossen wird. Seine Werke werden als Provokationen angesehen. Er bleibt daraufhin eine Zeit lang in Berlin, da man nun immerhin seinen Namen kennt und von ihm spricht. Dennoch ist sein Leben in diesen Jahren, das eines Reisenden. Zwischen 1889 und 1909 pendelt er immer wieder zwischen Paris, Berlin und Oslo.

Der Symbolismus wird für ihn zu seiner eigenen Kunstauffassung. Der Künstler wird zum Herrscher über die Realität. Das Bild ist für ihn keine reine Kopie dessen, was man genauso in der Realität beobachten kann. Ziel ist so mit nicht die Abbildung von Wirklichkeit, diese soll nur als Symbol verwendet werden. Es sind die Stimmungenund Gedanken, die über allesandere gestellt werden sollen. So wird nicht das Äußerliche, sondern das, was sich im Inneren abspielt, verbildlicht. Neben der Malerei beschäftigt er sich auch mit graphischen Medien, wie dem Holzschnitt und der Lithografie.

Nach einer Phase starken Alkoholkonsums, bricht Munch 1908 schließlich zusammen und muss in eine Klinik. Dort wird er unter anderem mit Elektroschocks behandelt. Die Werke, die auf diesen Klinikaufenthalt folgen, unterscheiden sich von den vorherigen. Es finden sich von nun an auch Landschaftsbilder unter seinen Werken.

1909 kehrt er nach Norwegen zurück, wo er bis an sein Lebensende im Januar 1944 lebt. Trotz seiner schwachen Gesundheit, seiner psychischen Leiden, sowie seines zeitweise übermäßigen Alkoholkonsum, wurde Munch 80 Jahre alt. Der 70. Todestag ist am 23. Januar. Edvard Munch gilt heute als einer der bedeutendsten Wegbereiter des  Expressionismus und  beeinflusste maßgeblich die Moderne Kunst.

Das heute wohl bekannteste Werk Munchs ist „Der Schrei“. Es gibt 4 Versionen dieses Bildes, die auf den Zeitraum zwischen 1893 und 1910 zurückzuführen sind. Die erste Version erscheint 1893. Das Bild ist Ausdruck von Verzweiflung und Angst. Im Zentrum steht eine Figur mit weit aufgerissenem Mund, welcher den Schrei darstellt. Es vermittelt ein Gefühl der Existenzbedrohung. Das Bild ist ganz in Munchs Stil: expressiv, faszinierend und überwältigend.

Die Figuren in Munchs Gemälde vermitteln dem Betrachter das, was er selbst über die Kunst dachte, nämlich dass sie den Menschen bewegen soll und gleichsam Ausdruck seines Lebens sein soll. Die tiefsten Gefühle und Stimmungen sollen aus dem Bild hervortreten. Viele von seinen Bildern sind gleichsam auch Erinnerungsbilder, wie „Death and the Child“. Hierin sehen viele Munchs eigene Vergangenheit. Das Kind steht vor einem Bett. Die Frau die darin liegt, ist farblos und somit leblos. Das Kind wendet sich ab und verschließt die Ohren. Ein Sinnbild dafür, dass der Tod die Stille mit sich bringt. Jede weitere Interpretation sei euch überlassen.

Martine (CIJ)