Der Übergang vom Gymnasium zur Hochschule

Das letzte Jahr im Lyzeum birgt so manche Herausforderung für die Schüler. Da wären die Vorbereitungen auf die bevorstehenden Examen, der Prüfungsstress selbst, aber es stellt sich auch die Frage: Was kommt danach? Du darfst nun entscheiden wie du dein Leben weiter gestalten willst. Möchtest du gleich ins Berufsleben einsteigen oder vielleicht doch etwas anderes?

Eine Möglichkeit, neben dem direkten Eintritt in die Berufswelt, bietet das Studium an einer Hoch- oder Fachhochschule. Du solltest dich rechtzeitig über das bestehende Studienangebot informieren. Da die Auswahl riesig ist, verliert man schnell den Überblick.

 Du hast mehrere Möglichkeiten dazu dich im Voraus zu informieren. Eine Option bietet natürlich das Internet. Ausführlichere Informationen erhältst du bspw. auch auf der „Foire de l’étudiant“, die alljährlich im November in den „Foireshaalen“ stattfindet. Nach der Foire kannst du dich auf foiredeletudiant. lu informieren. Ferner solltest du dich nicht scheuen die Infotage, die von den meisten Unis angeboten werden, zu besuchen. Oftmals werden dort Einführungsveranstaltungen angeboten, so wie ein Rundgang durch die  Universität. Eine weitere Möglichkeit, die in Luxemburg angeboten wird, ist der „Student fir 1 Dag“ Trip (-> mehr dazu im gleichnamigen Artikel auf S. 6), welcher von der ACEL organisiert wird.

Hast du dich für ein Studienfach entschieden, gilt es die passenden Universitäten oder Fachhochschulen herauszufiltern. Häufig entscheidet man sich auch erst für eine Uni und dann für das Studienfach. So herum funktioniert das Ganze natürlich auch. Ein Risiko abei ist allerdings, dass einige später feststellen, dass das Studium ihnen inhaltlich woanders eventuell mehr zugesagt hätte. Dies ist auch abhängig davon, in welcher Stadt du leben willst. So oder so müssen die vielen Informationen der jeweiligen Unis und ihren Studiengängen erst mal verarbeitet werden. Fällt die Entscheidung dann zugunsten eines Studiums, müssen in kürzester Zeit einige organisatorische Hürden genommen werden.

Nun geht es zuerst einmal darum die nötigen Bewerbungsunterlagen zu sammeln. Oftmals unterscheiden sich die geforderten Unterlagen von Universität zu Universität. Je nach dem was gefragt wird braucht man etwas Zeit um alles zusammenzubringen. Die wichtigsten Unterlagen sind zumeist: Abschlussdiplom und Bewerbungsformular (findet man auf der jeweiligen Internetseite der Universität). Gerade an bei praxisorientierten  Studiengängen an Fachhochschulen werden häufig auch Bewerbungsmappen mit Arbeitsproben verlangt. An anderen Unis ist wiederrum die Studienplatzzahl begrenzt, so dass zunächst eine Zulassungsprüfung bestanden werden muss. Hast du auch diesen Schritt erfolgreich genommen, gilt es anschließend die Einschreibungsfristen einzuhalten und die Studiengebühren rechtzeitig zu überweisen.

Neben den administrativen Fragen solltest du dich frühzeitig mit dem Wohnungsmarkt befassen. In vielen Städten hat dieser sich in einen regelrechten Wohnungsdschungel verwandelt, wo Studenten um ihr Zimmer oder ihre Wohnung buhlen. Gerade in Städten, in denen es viele Studenten gibt, ist es oft schwierig eine passende Wohnung oder auch ein WG-Zimmer zu finden. So kommt es vor, dass zu einer WG-Besichtigung mehr als 30 Interessenten kommen und, einem Bewerbungsgespräch ähnlich, abgefragt werden.

Früher oder später findet aber zumeist jeder ein Zimmer, auch wenn es erst mal nur eine Übergangslösung ist. Hast du eine Bleibe gefunden, müssen ein Umzug und ein paar Helfer organisiert werden. Der Aufwand ist ganz von der Größe der Wohnung abhängig, sowie davon ob sie möbliert oder unmöbliert ist. Auch finanziell macht das nochmal einen Unterschied. Generell fallen ab jetzt mehr Ausgaben an. Reicht die Studienbeihilfe nicht aus, stellt sich auch die Frage nach einem Studentenjob.

Neben den äußerlichen Umständen musst du als Student auch lernen dich selbst zu organisieren. Je nach Universität muss man sich die Veranstaltungen, die man besuchen will selbst aussuchen, für Prüfungen muss man sich teilweise selbst anmelden.

Ob man das Studium ernst nimmt oder nicht, ist einem so selbst überlassen. Das Studium wird so gleichermaßen zum Selbststudium. Man findet viel über sich und seine  arbeitsweise heraus. Wo liegen deine Prioritäten? Wie organisierst du dich?

 Mit dem Universitätsleben beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Du betrittst eine Welt, in der eine gewisse Anonymität herrscht, nicht mehr jeder jeden kennt und die Professoren nur wenig bis gar keinen persönlichen Bezug zu den Studenten haben. Dies wird aber  generell als eher positiv bewertet. Hast du es erst mal an die Uni geschafft, kannst du auf Entdeckungsreise gehen. Es entstehen viele neue Eindrücke: neue Menschen, neue  Wohnung, neue Stadt. Elisabeth und Fränz sind zwei junge Menschen, die den Schritt vom Lyzeum an die Uni gerade hinter sich haben und berichten von ihren ersten Eindrücken.

Checkliste:

  • Übers Studienfach informieren (Voraussetzungen, Inhalt)
  • Über den Studienort informieren
  • Homepage des Studienganges genau studieren
  • Studienberatung
  • Infotage, Einführungsveranstaltungen besuchen
  • Bewerbungsunterlagen zusammenstellen
  • Einschreibungsfrist nicht verpassen
  • Studiengebühren rechtzeitig bezahlen
  • Wohnung suchen
  • Finanzierung („Bourse“ anfragen)

Martine (CIJ)

Erfahrungsberichte

 

Name: Elisabeth
Alter: 21 Jahre
Studienort: Wien
Hochschule: Universität Wien
Studiengang: Bildungswissenschaft

Beim Finden eines Studienganges hatte ich große Probleme, da ich mich erst spät entscheiden konnte, wie meine berufliche Zukunft aussehen soll. Der Vorschlag doch Bildungswissenschaft zu studieren, machte mir eine Lehrerin, der ich erzählte dass ich im sozialen Bereich tätig werden möchte. Was mir an diesem Studium gefällt, ist dass es mir die Möglichkeit gibt mich im Bereich der Heilpädagogik zu spezialisieren. Die Wahl des Studienortes hingegen fiel mir leicht. Zum einen habe ich mich für Wien entschieden, weil die Anmeldung an der Uni vergleichsweise unkompliziert war und es eine lange  Anmeldefrist gab, die mir wegen meiner Schwierigkeiten beim Finden eines geeigneten Studiums sehr gelegen kam. Des Weiteren gefiel mir die Stadt von Anfang an gut und die Tatsache, dass bereits einige Freunde hier studieren, machte sie für mich als Studienort noch attraktiver.

Was mir an der Uni als erstes auffiel war die Größe, bei der Stadt waren es die schönen Gebäude. Davor, dass die Wiener nicht die freundlichsten Menschen sind, wurde ich bereits im Vorfeld gewarnt und fand dieses Klischee zumindest teilweise als bestätigt vor. Vom öffentlichen Transport war ich begeistert, er ermöglicht viel Spontanität und das lange Vorausplanen fällt weg. Die Gebäude sahen so aus, wie man es in einer klassischen Stadt wie Wien erwartet, pompös und beeindruckend.

Als besonders positiv empfand ich, dass ich hier sehr schnell Anschluss gefunden habe, sowohl bei anderen hier studierenden Luxemburgern, als auch bei den Studenten in meinen Vorlesungen. Das hat mir den Start hier sehr erleichtert und das Heimweh geschmälert. Das Engagement der Professoren und ihre Begeisterung für ihr Fach fielen mir ebenfalls positiv auf und erleichterten das Einfinden in die Materie.

Startschwierigkeiten bereitete mir das Anmelden für die Vorlesungen, da ich recht spät erst herausgefunden habe, wie das funktioniert und ich das Gefühl hatte schlecht informiert zu sein. Hierbei konnte mir aber eine Freundin helfen, die bereits mit dem Anmeldesystem vertraut war.

Ich bin mit meiner Entscheidung bisher sehr zufrieden, ich fühle mich wohl in Wien und habe Spaß an meinem Studium. Von der Zukunft erwarte ich mir, dass ich mich in meinem Studium weiter spezialisieren kann und vielleicht noch einen besseren Einblick in das konkrete Berufsfeld, das mich erwartet, erlangen kann.

 

Name: Fränz
Alter: 19 Jahre
Studienort: Berlin
Hochschule: BTK
Hochschule für Gestaltung
Studiengang: Interaction
Design (IXD)

Die Suche nach einer Universität war für mich sehr schwer, da ich anfangs prioritär Informatik studieren wollte. Als ich mich dann endlich von diesem Kriterium  verabschiedet hatte, stand mir alles offen und ich entschied mich für Design. Auf der „Foire de l’Étudiant“ erfuhr ich von dem Interaction Design Studiengang der BTK, der genau meinen Vorstellungen zu entsprechen schien. Ich besuchte Info-Tage und schließlich, nach einem erfolgreichen Bewerbungsgespräch, stand es fest.

Ich habe mich an keiner weiteren UNI beworben.

Mein Vater hat mich bei meiner Ankunft in Berlin unterstützt, der Abschied fiel sehr schwer. Meine Unterkunft, auf einem 45 Minuten entfernten Campus, die nur zum Übergang dienen sollte, entpuppte sich als sehr unsauber und unkomfortabel. Die  Menschen die hier leben sind größtenteils aus China, Indien und Indonesien. Sie sind nett, doch findet man hier keine Leute mit denen man etwas unternehmen könnte. In der UNI traf ich jedoch schnell auf wunderbare Persönlichkeiten, aus den verschiedensten Studiengängen und fand schnell gute Freunde. So wurde die BTK zum Mittelpunkt meines Alltags und meines sozialen Lebens.

 

Derzeit belege ich größtenteils Grundlagenkurse, die noch etwas weiter weg am tatsächlichen Interaction Design Studiengang angesiedelt  sind. Ich wurde jedoch bei einem Treffen mit allen Kommilitonen des Studiengangs in meiner Entscheidung bekräftigt. Die Diskussionen waren fesselnd und erlaubten einen Einblick in den kommenden Stoff.

Ich hoffe dass ich bald eine Wohnung in der Nähe der BTK finden werde und dass  ich den Anforderungen meines Studiums gerecht werde. Ich fühle mich gut, freue mich über jede Nachricht meiner Familie und meiner Freunde in Luxemburg. Es war richtig gleich nach dem  Abitur ins kalte Wasser, und in Berlin ist es wirklich kalt, geschmissen zu werden und das Beste daraus zu machen.

Weitere Infos zum Studieneinstieg findet ihr auf:

www.cedies.lu

www.einstieg.com

foiredeletudiant.lu