Die Republik, Bosnien und  Herzegowina ist einzigartig durch ihre innenpolitische Aufteilung. Dieser balkanische Staat ist in zwei Entitäten und einen Distrikt eingeteilt; die Föderation Bosnien und Herzegowina, die Republika Srpska und den Distrikt Brčko. Neben den Parlamenten und Regierungen der beiden Entitäten gibt es eine gemeinsame Regierung und ein Parlament für den Gesamtstaat. (Abgeordnetenhaus mit 42 Sitzen und Kammer der Völker mit 15 Sitzen) 

Einzigartig macht Bosnien auch der Tatbestand, dass dieses Land aus einem Staatspräsidium mit einem Bosniaken, einem Serben und einem Kroaten besteht, welche jeweilig ihre Bevölkerungsgruppe repräsentieren.

Problematik in dem exjugoslawischen Staat

Bei mehr als 44 Prozent liegt die Arbeitslosenquote in Bosnien. Laut amtlicher Auskunft lebt ein Fünftel der 3,8 Millionen Bosnier in Armut, darunter viele Hungerleidende. In dem Balkanland liegt der durchschnittliche Lohn ungefähr bei bescheidenden 420 Euro. Der grausame Konflikt in der früheren jugoslawischen Teilrepublik wurde durch den Friedensvertrag von Dayton im November 1995 zwar beendet, jedoch wurde aber ein komplexes Staatsgebilde erstellt, dessen Funktionäre sich gegenseitig sabotieren. Die sarajevische Regierung hat kaum Autorität. Oftmals reiben die zahlreichen ethnischen Gruppen, aus welchen sich der Staat formiert, aneinander. Immer wieder können Gesetzeskonzepte erst auf massiven Druck der Europäischen Union hin beschlossen werden.

Die Bosnier haben die Nase voll!

Am 7.02.2014 eskalierten anfangs friedliche Demonstrationen gegen Arbeitslosigkeit und Leid. Am selben Abend, in der Hauptstadt Sarajevo setzten missgestimmte Protestierende das Präsidentschaftsgebäude in Brand. Im Nordosten des Landes, in Tuzla, besetzten zirka hunderte den Sitz der Regionalverwaltung und legten dort Feuer. Die Bosniakisch-Kroatische
Föderation, ist auf zehn Kantone aufgeteilt. Deren Regierungen gelten vor allem als korruptionsanfällig. Deshalb richten sich auch die Sozialproteste gegen eine Kantonsregierung. Sead Causevic, Regierungschef des Kantons Tuzla, wird beschuldigt angesichts der hohen Arbeitslosigkeit in der Region versagt zu haben. Bedingt durch die Pleite von vier Betrieben sollen dort 10.000 Menschen ihren Arbeitsplatz verloren haben. I Kanton Tuzla sind 100.000 Menschen arbeitslos. Landesweit sind es 500.000, dies entspricht fast der Hälfte der gesamten berufstätigen Bevölkerung. Ehemalige ex-jugoslawische Staaten blicken in die Zukunft; Kroatien tritt in die EU ein, Serbien verhandelt über einen möglichen Eintritt. Nur in Bosnien-Herzegowina herrscht Stillstand. Zwei Jahrzehnte nach dem Ende des Bürgerkriegs reicht es der bosnischen Bevölkerung. Ausgangspunkt wa die Stadt Tuzla, in welcher sich landesweite Demonstrationen gegen die Politiker formierten. Einer der Anführer des Protests in Tuzla, Aldin Siranovic, verlangte in einer Rede an die Menge den Rücktritt der Regierung „Sie bestehlen uns seit 25 Jahren und zerstören unsere Zukunft“, rief er als Beweggrund. «Nehmt die Aasgeier fest», forderte man in Sarajevo. Die Protestwelle erfasste 33 Städte, in Tuzla und Zenica brannten Regierungsgebäude. In der Hauptstadt konnten die Ordnungshüter weder mit Gummigeschoßen, noch mit Blendgranaten verhindern, dass das Gebäude der Kantonalregierung besetzt wurde. In Brčko wurde de Bürgermeister gekidnappt. Landesweit gab es rund 150 Verletzte, davon 80 in Sarajevo und 50 in Zenica.

Irma