„Don’t ask what your country can do for you. Ask what you can do for your country”. Dieses Zitat von John F. Kennedy stammt aus dem Jahr 1961, und doch ist es aktueller denn je. Es gab die letzten Jahre auf unserem Planeten etliche Krisen, Demonstrationen, Revolutionen und Bewegungen unterschiedlichster Art, die uns allen vor Augen führten, dass wir doch etwas bewirken können, wir „normale“ Bürger, wenn wir Mut und Willenskraft haben.

Das Jugendparlament ist die ideale Plattform, um seine eigenen Ideen voranzubringen und sie mit anderen Jugendlichen zu teilen. Es werden keine bestimmten Vorkenntnisse abverlangt, und man braucht sich nicht dem Wertekatalog einer politischen Partei zu beugen. Das macht den Mehrwert des Jugendparlaments aus. Im Oktober letzten Jahres startete das Jugendparlament in sein 5. Jahr, und wie jedes Jahr wurde der Vorstand des Parlaments neu gewählt. Die Mitglieder konnten anlässlich dieser ersten Vollversammlung ihre Lieblingsthemen bestimmen, die fortan in 5 verschiedenen thematischen Gruppen behandelt werden. Zurzeit werden
Texte verfasst, welche die Diskussionen zu den einzelnen Themen widerspiegeln und Forderungen an die Politik stellen.

Immer wieder werde ich darauf angesprochen, warum wir Jugendparlamentarier uns eigentlich diese Mühe machen. Die Antwort ist simpel und einleuchtend: weil es sonst niemand tut. Ich möchte nicht als hoffnungsloser Pessimist verstanden werden. Nur ist es nun einmal so, dass politische Parteien und ihre Mandatsträger (Minister, Abgeordnete,…) in ihrer Arbeit eigene Interessen verfolgen. Was zählt, ist nicht zwangsläufig die beste
Lösung, sondern jene, die sich am besten verkaufen lässt. Es braucht demnach ein Jugendparlament, das nicht scheut, Politiker zu kritisieren und Gegenentwürfe vorzuschlagen, die wirklich im Interesse unserer
Generation sind, und nicht bloß im Interesse des 50jährigen Durchschnittswählers.

Auch wenn wir keine Vertreter in Regierung oder Parlament haben, so haben wir als Jugendparlament doch Einfluss auf die Politik. Regelmässig fühlen wir Politikern in Gesprächen auf den Zahn, oder melden uns in
den Medien öffentlich zu Wort.

Ich will mich aber mit aller Schärfe dem Eindruck erwehren, wir seien absolute „Politik-Junkies“. Das Jugendparlament ist viel mehr als nur Politik: man lernt andere Jugendliche kennen, man schließt Freundschaften, man unternimmt zusammen Ausflüge (z.B. nach Brüssel) oder geht gemeinsam ins Kino. Das Jugendparlament ist all das, und noch viel mehr…

Patrick