Der Völkermord in Rwanda, der schon 20 Jahre zurück liegt, kostete 800.000 bis 1.000.000 Menschen das Leben.

Rwanda liegt in Ostafrika, ist ein dicht bevölkerter Binnenstaat und grenzt an Burundi, Kongo, Uganda und Tansania. Wegen der hügeligen Landschaft, wird Rwanda auch noch “Land der tausend Hügel” genannt.

In Rwanda gibt es drei Gruppen: die Hutus, die die Mehrheit bilden, die Tutsis und die Twa. Die Hutus lebten hauptsächlich vom Ackerbau, die Tutsis eher von Viehzucht und die Twa werden als Jäger und Sammler eingestuft.

Verbrechen, die mit der Absicht begangen werden, eine nationale, ethnische oder religiöse Gruppe ganz oder teilweise zu vernichten, werden als Völkermord oder Genozid bezeichnet.

Völkermorde gibt es leider schon seit sehr langer Zeit, unter anderem schon seit der Antike. Die bekanntesten sollten jedoch diese sein, welche im Zusammenhang mit Kolonisierung und Entkolonisierung stattgefunden haben.

Es bestanden schon länger größere Schwierigkeiten zwischen der Hutu-Mehrheit und der Tutsi-Minderheit (die öfters den Kolonialherrschern zugesprochen wird), wie es zum Beispiel auch schon der Fall war in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts (1972 und 1993). Dennoch lebten sie relativ friedlich zusammen bis zum 6. April 1994, als das Flugzeug, in dem der rwandische Präsident saß, von einer Rakete abgeschossen wurde und dieser bei diesem Unglück starb.

Man weiß nicht wer für diese Tat verantwortlich war, doch die Hutus gaben den Tutsis die Schuld an diesem Unglück. Jedoch weiß man, dass dies der Auslöser des Völkermordes war. Während 100 Tagen wurden auf grausamste Weise ungefähr 800.000 bis 1.000.000 Menschen gefoltert und getötet, nur weil sie Tutsis oder mit ihnen befreundet waren. Es gab allerdings eine kleine Gruppe der Hutu-Mehrheit die sich nicht am Völkermord beteiligte oder sich aktiv dagegen eingesetzt hat.

Am Ende des Völkermordes schafften es die restlichen Tutsis mit Hilfe von Tutsikämpfern aus Nachbarländer, die Hutus zu besiegen und die Kämpfe zu beenden.

Vielen Ländern wurde vorgeworfen Rwanda nicht genügend oder überhaupt nicht unterstützt zu haben, sowohl finanziell als auch mit humanitärer Hilfe. Die meisten Länder haben das Volk sich selbst überlassen was auch diesen ununterbrochenen Völkermord erklärt.

Aber wieso lest ihr jetzt diesen Beitrag?

Bis vor kurzem, wussten wir nicht was vor 20 Jahren in Rwanda passierte. Allerdings nicht aus Mangel an Interesse!

Uns ist es wichtig, dass solch tragische Ereignisse nicht vergessen oder verharmlost werden. Wenn heute irgendwo auf der Welt davon gesprochen wird, wie Minderheiten zu Schaden kommen, sollten wir uns alle an Rwanda erinnern und uns verinnerlichen: Nie wieder.

In diesem Sinn wurden, auf den Tag genau an dem der Völkermord vor 20 Jahren begann, Zeremonien und Ausstellungen in 7 Ländern organisiert durch das “collectif pour les hommes debout” und den Künstler Bruce Clarke. Durch diese Zeremonien und Ausstellungen will man zeigen, dass man Respekt vor dieser Tragödie haben soll, ähnliche Situationen nicht unterschätzen soll und dass man sich an dieses Unglück erinnern soll.

Andere künstlerische Projekte zeigen die Intensität mit welcher die Opfer noch heute kämpfen, so zum Beispiel auch die “Portraits of Reconciliation” von Pieter Hugo.

 

Annie, Pit, Jim