Aus dem Blickwinkel eines Bösewichts

Mit Maleficent geht der Trend der Modernisierung der Märchen weiter. Nach den Filmen „Snow White and the Huntsman“, „Mirror Mirror“ und „Hansel & Gretel: Witch Hunters“ wurde nun ein weiteres klassisches Märchen auf die Leinwand gebracht. Mit der Verfilmung von „Dornröschen“ hat Walt Disney es geschafft Platz eins der Kinocharts in Deutschland und den USA zu stürmen.

Der Film verzaubert auch in Luxemburg seit einigen Wochen die Leinwände.

Der Film verzaubert auch in Luxemburg seit einigen Wochen die Leinwände.

Maleficent ist eine Zusammenarbeit zwischen dem weltweitbekannten Filmstar Angelina Jolie, die in der Hauptrolle der Malefiz glänzt, und dem regiedebütierenden Robert Stromberg, der nachdem erfahrene Regisseure, wie Tim Burton und Guillermo del Toro, abgelehnt hatten, mit Maleficent nun seine Karriere ins Rollen bringt.

Anders als im Zeichentrickfilm zeigt diese moderne Version des Märchenstoffs nicht das tragische Schicksaal der unschuldigen und bildhübschen Prinzessin Aurora, sondern erzählt von der bisher im Dunkeln liegenden Geschichte der schwarzen Hexe Malefiz. Ihr Name steht, wie seine lateinischen Wurzeln es bereits verraten, für Boshaftigkeit.

Zu Beginn des Filmspektakels tritt Malefiz als eine freudige, junge Fee auf, die  mit körpergroßen, schwarzen Flügeln nur zu gerne in die höheren Sphären des Himmels steigt. Einzigartig machen sie die angewachsenen Hörner auf der Stirn. Sie lebt in einer Moorwelt, in der es von magischen Fabelwesen nur so wimmelt.

Das gegenüberliegende „Menschenkönigreich“ wird von König Henry regiert, der von einem unbändigen Hunger nach Macht und Neid zerfressen ist. Eines Tages betritt das Menschenkind Stefan die Märchenwelt von Malefiz. Sie werden Freunde und verlieben sich sogar in einander. Doch das Leben auf König Henrys Burg verändert die Gesinnung des Menschenjungen, auch er verspürt immer mehr den Drang nach Macht und betritt die Märchenwelt immer seltener.

Eines Tages zieht der alte König Henry mit seinen Soldaten in die Schlacht gegen die Zauberwesen des mystischen Moors, da er das Waldkönigreich gewaltsam erobern und regieren möchte. Malefiz wurde inzwischen zur Beschützerin des Moors und damit zur Gebieterin der gesamten fantastischen Welt gewählt und leistet zusammen mit den anderen Wesen tapfer Widerstand.

Stefan, der mittlerweile davon besessen ist zum König gekrönt zu werden, betritt nach langer Zeit wieder Malefiz‘ Welt, um die angestrebte, gesellschaftliche Stellung zu erlangen. Hinterlistig beraubt er Malefiz ihrer geliebten Flügel. Er täuscht vor die Gebieterin des Waldkönigreichs getötet zu haben und wird daraufhin zum König gekrönt. Malfiz, gekränkt und verletzt über den Verrat ihrer ersten Liebe, fortan von unbändigem Zorn und Hass zerfressen, schwört ihrem ehemaligen Freund finstere Rache. Die Geburt von Stefans erstgeborener Tochter Aurora erscheint ihr dabei als die passende Gelegenheit. Wie im Märchen spricht Malefiz einen Fluch über Aurora aus, die sich an ihrem 16. Geburtstag an einer Spindel stechen soll. So beginnt nun ein gefährliches Spiel mit der Zeit: ein Spiel um die Rettung der, von  Elle Fanning gespielten Prinzessin Aurora, das die Zuschauer garantiert auf die Folter spannen wird!

Wegen einiger Mängel, wie unlogischer Zusammenhänge oder der unüberlegten Verhaltensweise einiger Charaktere, mag der Film dem erwachsenen Publikum vielleicht oft zu naiv und vorhersehbar erscheinen. Trotzdem kann Maleficent aber wegen der fabelhaften Effekte, Soundtracks, und seiner märchenhaften, wenn nicht sogar traumgleichen Welt überzeugen. Natürlich punktet der Film auch dank dem spitzenmäßigen Hollywoodprofi Angelina Jolie.

Egal ob in englischer Originalsprache, in Deutsch oder sogar Französisch, wer in diese mystische und atemberaubende Welt eintauchen will, darf sich auf 96 Minuten Kinospaß freuen. Der Film verzaubert auch in Luxemburg seit einigen Wochen die Leinwände.

Anna