Könnt ihr euch noch an den Marché de nuit letztes Jahr erinnern? Der nachts zurückgelegte Weg diente dazu, die Öffentlichkeit auf alltäglichen, gegen Frauen gerichteten Sexismus aufmerksam zu machen. Sexuelle Gewalt sei nicht immer zugleich physische, so lautete eine der Aussagen. Der Marché de nuit fand anlässlich des Internationalen Frauentages statt. Auch dieses Jahr ist der 8. März wieder ein Aktionstag, der sich mit einem breiten Programm Ziele setzt.

Der Internationale Frauentag besteht bereits seit über 100 Jahren. Er entstand aus einer Initiative sozialistischer Organisationen (und war deshalb während der NS-Zeit auch verboten), die sich für mehr Rechte, wie das Recht auf fair bezahlte Arbeit oder das Frauenwahlrecht, einsetzten. Während anfangs noch kein fixes, alljährliches Datum für den Frauentag feststand, wurde 1921 der achte März fixiert. Dieser Tag geht auf Streiks von Bauernfrauen, Arbeiterfrauen usw. im Jahr 1917 in St. Petersburg zurück.

Heute wird der Weltfrauentag vor allem als Möglichkeit genutzt, Missstände aufzuzeigen und Forderungen in die Öffentlichkeit zu bringen. Die Geschlechterordnung und weitere Strukturen werden zunehmend in Frage gestellt. Auf der Webseite fraendag.lu heißt es, dass neue Visionen entwickelt und an Politiker/innen etc. weitergegeben werden sollen.

Wie in anderen Staaten, in denen der Frauentag teils zum Feiertag erklärt wurde (z.B.: Nepal, Armenien), haben sich auch in Luxemburg in den letzten Jahren neue Gruppen und Initiativen wie LGVI (Luxembourg Gender Voice Initiative) gebildet. Gemeinsam mit Organisationen wie CID / Fraen an Gender, Planning familial, aber auch mit parteipolitischen Gruppen wie Déi Gréng, Femmes communistes und Femmes scoialistes haben sich diese zur JIF (Journée Internationale des Femmes) 2016 zusammengeschlossen. Die JIF ist die Aktionsplattform, welche jährlich gemeinsam ein wichtiges Thema für die Gleichstellung hervorhebt und politische Forderungen daraus ableitet. Das diesjährige Thema heißt „FrauenBilder“.

Am 8. März am Weltfrauentag gehen Frauen und Männer gemeinsam auf die Straße, um gegen Sexismus und für ein vielfältiges und nicht stereotypes Frauenbild zu demonstrieren. Weitere Informationen dazu findet ihr auf www.fraendag.lu.

Das Ziel dieser Veranstaltung? Die Gleichstellungsthematik soll auf der politischen Tagesordnung bleiben, die Gesellschaft sensibilisiert werden. Frauen müssen sich für ihre erkämpften Rechte und Gleichstellungsmaßnahmen nicht rechtfertigen.

Katharina